Vermehrung des Fruchtwassers, auch als Hydramnion bezeichnet. Leitsymptom wichtiger differentialdiagnostischer Überlegungen. Das Polyhydramnion gehört wie das Oligohydramnion (wenig bzw. zu wenig Fruchtwasser) zu den Softmarkern. Es ist hinweisend aber nicht beweisend für eine fetale Anomalie. Kommt in etwa 1% der Schwangerschaften vor. Die Beurteilung der Fruchtwassermenge ist nicht ganz einfach und nicht selten sehr subjektiv.

Geht man nach der AFI-Methode vor wird der sog. Fruchtwasser-Index über 4 Quadranten (Vier-Quadranten-Technik) in cm im Ultraschall ausgemessen. Ergeben sich 20 cm und mehr, liegt mit hoher Sicherheit ein Polyhydramnion/ Hydramnion vor.
Alternativ gilt: Ergibt die Messung in lediglich einem Quadranten mindestens 8 cm liegt sehr wahrscheinlich auch ein Hydramnion vor.

Neben der Tatsache, dass die Fruchtwassermenge auch einmal an sich vermehrt sein kann (idiopathisch), ohne dass eine fetale oder maternale Erkrankung vorliegen muss, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten in der Differentialdiagnose:

Fetale Infektionen, Gestationsdiabetes, Syndrom, Skelettdysplasie, Herzfehler, neurologische Erkrankungen (Schluckstörung), Engstelle im Magen-Darm-Trakt (z.B. Ösophagusatresie, Duodenalstenose), Plazentatumoren, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, angeborene Stoffwechselerkrankungen, fetale Gehirnfehlbildungen (Schluckstörung). Die assoziierten Anomalien, Syndrome, Assoziationen sind zahlreich und teils sehr speziell!

Die differenzierte Ultraschalluntersuchung (Pränataldiagnostik) und ggf. eine Fruchtwasserpunktion/ Amniozentese (die in diesem Zusammenhang auch zur Fruchtwasserdrainage dienen kann!) sind als Option zu empfehlen.