Das Plazentagewebe bedeckt den inneren Muttermund ganz oder teilweise. Anlagestörung der Plazenta mit Lokalisation vor oder in unmittelbarer Nähe des inneren Muttermundes. Hochriskante Situation mit z.T. erheblicher Blutungssituation in Schwangerschaft und unter der Geburt. Häufige Assoziation mit einer Plazenta accretaincreta oder percreta! Eine Plazenta praevia totalis ist für Mutter und/ oder Kind unter Umständen lebensgefährlich.

Bereits bei geringer Wehentätigkeit kommt es häufig zu stärkeren vaginalen Blutungen. Aufgrund der Lokalisation der Plazenta im unteren Uterinsegment besteht nicht selten eine fetale Poleinstellungsanomalie (Beckenendlage/ Querlage).

Eine Plazenta praevia betrifft etwa 0,5% aller Schwangerschaften.

Die meisten Plazenten nehmen in der Frühschwangerschaft einen relativ tiefen Sitz ein. Mit zunehmendem Wachstum der Gebärmutter verlieren sie aber mehr und mehr den unmittelbaren Kontakt zum inneren Muttermund. Meist resultiert nach 24 bis 28 SSW allenfalls eine tief sitzende Plazenta (ungefährlich). Bleibt aber nach diesem Zeitraum der innere Muttermund ganz oder teilweise von Plazentaanteilen bedeckt, spricht man definitiv von einer Plazenta praevia. Je nach Ausprägung unterteilt man diese Situation in Plazenta praevia totalis, partialis bzw. marginalis.

Eine Spontangeburt ist in dieser Situation mit Ausnahme der Plazenta praevia marginalis nicht möglich. Die Blutungsgefahr und ggf. entstehende Gerinnungsstörung und damit die vitale Bedrohung für Mutter und/ oder Kind ist erheblich. Auch die komplette Bergung der Plazenta kann sich sehr schwierig gestalten, weil sich nicht selten Plazentaanteile sehr tief bis in das Myometrium oder in den Zervixbereich erstrecken.

Der Entbindungsmodus bei Plazenta praevia totalis und marginalis ist die primäre Sectio. Die präoperative Bereitstellung von 2-4 Blutkonserven sollte veranlasst werden!

Risikofaktoren sind vorangegangene Uterusoperationen (Myomentfernung, Curettage, Kaiserschnitt, manuelle Plazentalösung) und mehrere Geburten. Das Wiederholungsrisiko ist in jeder weiteren Schwangerschaft erhöht.